Abstandshalter und Befestigungslösungen
Posted by AnnettJan 16
Kunststoff ermöglicht die Herstellung spezialisierter, teilweise komplexer und trotzdem preisgünstiger Befestigungslösungen. Das Spektrum reicht vom Abstandhalter für Leiterplatten in elektronischen Geräten über den Kabelbinder bis zum Spreizniet mit Beinchen, die beim Befestigen auseinander klappen.
Befestigungslösungen für Leiterplatten
Platinen können normalerweise nicht direkt auf einer Unterlage befestigt werden, da überstehende Anschlussdrähte und eventuell rückseitig angebrachte Bauteile Biegespannungen und, bei fehlender Isolation, Kurzschlüsse verursachen würden.
Leiterplatten werden daher im Allgemeinen auf Abstandshaltern montiert. Ist eine Strom oder Wärme leitende Verbindung erwünscht oder erforderlich, können Abstandshalter aus Aluminium, Messing, oder Stahl eingesetzt werden. Soll die Anbringung isoliert erfolgen, dann eignen sich Abstandselemente aus Kunststoff besser.
Mit Abstandshaltern aus Metall sind auch höher belastbare Verbindungen möglich, als mit Kunststoffelementen aus Polyamid. Zum Beispiel für die Befestigung sehr großer, oder mit besonders schweren Bauteilen bestückter Leiterplatten.
Varianten der Befestigung von Abstandshaltern
Für die Montage von Leiterplatten gibt es ein großes Sortiment an Befestigungselementen. Sie unterscheiden sich unter anderem in der Art der Befestigung. Platinenseitig werden Außen- und Innengewinde, beziehungsweise Bohrungen für selbstschneidende Schrauben angeboten sowie Klemmverbindungen, die in passende Löcher in der Leiterplatte gesteckt werden. Letztere gibt es in einer rastenden Form, die zum Entfernen entriegelt werden muss, sowie einer nicht rastenden Ausführung, die ohne weiteres wieder heraus gezogen werden kann.
Darüber hinaus gibt es Distanzstifte, die nur aus einem beidseitig verjüngten, zylindrischen Stab bestehen, und die zur Montage lediglich in entsprechende Bohrungen gesteckt werden. Hiermit lässt sich ein Durchbiegen von Leiterplatten einfach verhindern.
Zum Anbringen an einem Gehäuse sind neben den genannten Möglichkeiten selbstklebende sowie nach Art eines Bajonettverschlusses verriegelbare Befestigungselemente verfügbar. Andere Varianten lassen sich mit einem pilzförmigen Ende in eine geschlitzte Aufnahme einschieben oder mit Spreiznieten befestigen.
Für die einfache Montage an Blechteilen sind Halter vorteilhaft, die durch ein entsprechend großes Loch hindurch gedrückt werden und sich mit dort selbst verriegeln. Und für ausreichend dickes Material veröden schließlich auch noch Befestigungselemente angeboten, die einfach in ein Sackloch eingepresst werden können.
Die Auswahl der besten Befestigungslösung
Die verschiedenen Varianten der Befestigung setzen unterschiedlich aufwändige Aufnahmen am Chassis voraus. Selbstklebende Elemente benötigen lediglich eine glatte und saubere Oberfläche, Drehverschlüsse dagegen ein spezielles Langloch.
Die Auswahl der Befestigungselemente sollte sich daher auch nach der erwarteten Stückzahl und dem Arbeitsaufwand für die Herstellung der Verbindungen in der Produktion richten. Bei hohen Stückzahlen kann die Einsparung durch eine einfachere Montage die aufwändigere Konstruktion der Aufnahme kompensieren.
Andere Anwendungen für Abstandshalter
Neben der Befestigung von Leiterplatten, werden Abstandshalter auch an anderen Stellen zweckmäßig eingesetzt. Man findet sie zum Beispiel in Kleingetrieben, wie mechanischen Wecker-Uhrwerken, zum Verbinden der Ankerplatten. Allgemein sind sie überall da nützlich, wo Bauteile in einem vorgegebenen Abstand fixiert werden müssen.
Mit gefederten Abstandshaltern lassen sich Bauteile mit einem definierten Gegendruck verbinden, ohne dass es zu Verspannungen, wie beim Verschrauben kommt. Diese bestehen entweder aus zwei Teilen, die mit einer Schraubenfeder verbundenen sind, oder es sind einteilige Bauteile aus Kunststoff, mit einem blattfederartigen Bügel in der Mitte.
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