Vor der Liberalisierung des Telefonmarktes hatte die Post das Monopol auf diese Dienstleistung. Mit der Freigabe schossen viele Konkurrenten als Anbieter aus dem Boden, die sich nun den Markt untereinander teilten. Ein weiterer Konkurrent war keine Firma sondern eine Technologie. Das Internet eröffnete findigen Technikern eine neue Art der Kommunikation und schon bald wurde das Internet zu einer Fundgrube neuer Verfahren. Unter anderem kann es zum Telefonieren genutzt werden. In fast allen Haushalten kommt das Internetsignal über die konventionelle Telefonleitung ins Haus. Daher sind praktisch alle Haushalte mit einer Telefonleitung angeschlossen. Einen eigenen Internetanschluss müssen sie nicht besitzen, eine der beiden Endstellen reicht völlig aus.

Voice over IP ist bereits weit verbreitet

Die IP ist die Adresse eines Internetanschlusses. Wenn darüber Sprachdaten versendet werden, sprechen die Fachleute von Voice over IP, kurz VoIP. Nicht jede Seite eines Telefongespräches benötigt die Internettechnik, es ist lediglich ein IP-fähiges Telefon oder ein Datenwandler nötig. Das Internet überträgt nur digitale Datenpakete, Sprachdaten sind jedoch bei ihrer Entstehung analog. Die Ausrüstung erfordert für die Gesprächsteilnehmer demnach digitale Endgeräte. In Deutschland kann VoIP als Telefonanschluss geordert werden, zahlreiche Privathaushalte und vor allem Firmen nutzen das Internet jedoch für kostenloses Telefonieren zur Einsparung von Kosten. Aktuell sind in Deutschland mehr als 7 Millionen solcher Anschlüsse bekannt.

So funktioniert die Internettelefonie

Das analoge Sprachsignal wird in digitale genormte Datenpakete umgewandelt. Für das Internet ist der Inhalt der Datenpakete einerlei. Wichtig ist nur das genormte Format der Datenpakete. Diese Daten werden über das Internet wie andere Daten übertragen und auf der Seite des Empfängers durch einen Decoder wieder in analoge Signale zurückverwandelt. Die Übertragung ist qualitativ gut, da die Daten auf ihrem Weg nicht verfälscht werden. Digitale Daten haben keine Qualitätsverluste für die Sprachqualität oder Lautstärke. Es macht bei kostenlosem Telefonieren über das Internet daher keinen Sinn, bei leiser Verständigungslautstärke lauter zu sprechen. Sinnvoll ist nur eine Annäherung an das verwendete Mikrofon oder eine elektronische Verstärkung des Signals. Lautstärke wird im analogen Signal durch die Amplitude erzeugt. Diese ist in digitalen Signalen jedoch nicht vorhanden.

Das Bildtelefon ist längst Realität geworden

Zur kostenlosen Internettelefonie sind einige Endgeräte erforderlich, die mit den digitalen Signalen umgehen können. Eine nächste und ebenfalls kostenlose Stufe kann mit dem Programm Skype erreicht werden. Es ist kostenlos im Internet erhältlich und ermöglicht eine kostenfreie Verbindung von 2 Computern mit der Übertragung von Ton und Bild. Was früher nur in Filmen des Genres Science Fiction zu bewundern war, ist somit längst Realität. Die Teilnehmer nutzen dabei die gleichen Voraussetzungen wie bei der kostenlosen Internettelephonie, sie fügen lediglich noch die Bilddaten hinzu und beide Teilnehmer benötigen als Endstellen einen Computer. Zur Nutzung ist auf jeder Seite eine Kamera erforderlich, Lautsprecher und ein Mikrofon. Diese können auch als Kopfhörer ausgebildet sein. Die kostenpflichtige Telefonie ist weltweit auf dem Rückzug. Mit den steigenden Übertragungsgeschwindigkeiten von Daten im Internet gewinnt VoIP immer mehr an Bedeutung und findet immer mehr Nutzer.