Stammzellen
Posted by AshDez 8
Die Forschung mit Stammzellen ist entscheidend bei der zukünftigen Behandlung von Krankheiten, aber auch eine der ethisch umstrittensten Forschungsbereiche in unserer Gesellschaft. In Deutschland dürfen keine für die Stammzellenforschung benötigten Embryonen produziert werden, darüberhinaus ist die Verwendung importierter Zellen die vor dem 01.05.2007 gewonnen wurden untersagt. Sie fallen unter das Embryonenschutzgesetz. Die Stammzellenforschung findet in einem streng kontrollierten und eng begrenzten Rahmen statt.
Durch die Stammzellenforschung eröffnen sich in der medizinischen Behandlung von Krankheiten neu Wege. Mit Hilfe von Stammzellen ist es theoretisch möglich nahezu jede Krankheit zu heilen, schon heute sind einige Krankheiten durch Stammzellen therapeutisch behandelbar. Siehe hierzu Berichte über Regenerative Medizin 2.0.
Die therapeutische Behandlung mittels Stammzellen erfolgt immer nach dem gleichen schematischen Ablauf. Das Erbgut eines Patienten wird aus einer Zelle separiert und in eine zuvor entkernte Eizelle injiziert, diese stammt von einer Spenderin. Die Zelle wird biochemisch aktiviert und beginnt sich mitotisch zu teilen, so entsteht eine 200-zellige Blastocyste. Diese Zellen werden als embryonale Zellen bezeichnet und besitzen das genetische Erbgut des Patienten. Die Eigenschaften der embryonalen Zellen sind ideal zur therapeutischen Behandlung. Aus den undifferenzierten, pluripotenten, embryonalen Stammzellen können sich alle menschlichen Zelltypen entwickeln. Das heißt, die Stammzellen differenzieren während der Veränderung zu verschiedenen Größen, sowie Funktion und Ausstattung. Die Stammzelle wird in das kranke Gewebe injiziert und ersetzt das geschädigte Organ, Beispielsweise Muskelgewebe, Nervengewebe oder Bindegewebe. Dadurch können schwere Erkrankungen, Organschäden und starke Verbrennungen generiert und kompensiert werden. Ein anderer großer Vorteil der Stammzellen liegt darin, dass diese immunologisch körpereigen sind, also vom Körper nicht abgestoßen werden.
Die Medizin hat in den vergangenen Jahren einen neuen Weg gefunden Stammzellen zu gewinnen und dadurch einen ethischen Disput umgangen. Die Zukunft der Stammzellenforschung liegt in der Konservierung von Nabelschnurblut. Dieses kann für einen langen Zeitraum tiefgefroren werden und zu einer therapeutischen Behandlung durch eigene Zellen verwendet werden. Der enthaltene Zelltypus kann sich zu vielen, jedoch nicht allen Zellen, differenzieren. Stammt das Nabelschnurblut vom Patienten können keine Abstoßungsreaktionen auftreten. Es besteht auch die Möglichkeit die Nabelschnurstammzellen zu spenden, die dadurch typisiert und in die Knochenmarkspenderdatei aufgenommen werden.
Aktuell gibt es zum Thema auch weitere kritische Berichte bzw. möglichen Missbrauch des aktuellen Trends in der Stammzellentherapie. So warnt das Kompetenznetzwerk Stammzellforschung NRW aktuell vor ungeprüften Therapien mit adulten Stammzellen. Diese vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen betriebene Institution bündelt landesweit Aktivitäten auf dem Gebiet der Stammzellforschung und empfiehlt sich grundsätzlich für Informationen zum Thema.
No comments