Als Ergänzung zu zwei früheren Artikeln möchte ich gerne auf eine sehr interessante Petition an den Deutschen Bundestag hinweisen, die noch bis zum 11.03.2010 mitgezeichnet werden kann. Petitionen, die genügend Mitzeichner (d.h. Unterschriften) finden, müssen im Bundestag erörtet werden. Allein dafür lohnt sich das “Mitzeichnen”.
In meinen Artikeln “Leid und Glück im Leben” (Newsletter Nr. 24, Januar 2008, Artikel Nr. 1) sowie “Finanzkrise oder Finanzchance?” (Newsletter Nr. 28, September 2008, Artikel Nr. 12) habe ich versucht, zwei “unübliche” Blickwinkel zum Umgang mit Krisen aufzuzeigen – die Veränderung geistiger Einstellungen einerseits und der ethische Umgang mit Geld andererseits. – Hand aufs Herz: Schon mal probiert, etwas davon umzusetzen? …
Diese Betrachtungen und die daraus folgenden Konsequenzen für das eigene Denken, Reden und Tun (!) halte ich nach wie vor für sehr wichtig. Denn zu einer besseren Welt gelangen wir nur, wenn wir zuerst vor unserer eigenen Haustüre kehren. Nichtsdestotrotz gehört auch politisches Engagement zu unserer Verantwortung für die Welt. Stellen wir uns nur einmal vor, welches minderwertige Genfutter uns Monsanto & Co. samt unseren korrupten Politikern aufzwingen würde, gäbe es Greenpeace, Foodwatch und einige andere Organisationen nicht.
Gerade hinsichtlich der Finanzkrise ist nun auch politisches Engagement gefordert. Gelernt haben all die sogenannten “Verantwortlichen” aus der aktuellen Krise nämlich gar nichts. Die Liberalen wurden trotz ihrer früheren Politik (“bloß keine Regulierung und völlige Handlungsfreiheit für die Banken”) in die Regierung gewählt, und Frau Merkel hat vergessen, daß sie alle (Un-)Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen wollte und träumt stattdessen vom ungebremsten Wachstum. Doch auch in der Opposition, ob grün, rot oder ganz rot sieht’s kaum besser aus. Denn NIEMAND traut sich, der Wahrheit ins Auge zu sehen, daß unser auf Schulden und Zinsen basierendes Finanzsystem zwangsläufig immer wieder zu Finanzkrisen führen wird!
Kennen Sie das Buch “Eine Billion Dollar” von Andreas Eschbach (Bastei-Lübbe, ISBN 3-404-15040-6)? Ein spannender, leicht zu lesender Roman, der deutlich macht, daß unser Finanzsystem mit zwingender Logik die Armen ärmer und die Reichen reicher macht. Was jede Statistik seit Jahrzehnten weltweit belegt. Finanzkrisen sind dabei nichts anderes als Phasen, in denen sich die allgemeine Umverteilung des Geldes “von unten nach oben” so sehr beschleunigt, daß das ganze Kartenhaus zusammenzubrechen droht. Es sei denn, die “unten” bezahlen brav für die Zeche derer “da oben”, sprich: die Steuerzahler für die “notleidenden Banken”. Die dann, “gerettet” und gefüttert mit Milliarden, das alte Spiel munter weiterspielen. Man muß kein Hellseher sein, um die nächste Finanzkrise prophezeien zu können.
Neben der bereits erwähnten Änderung eigener Einstellungen (siehe Newsletter Nr. 24) und dem eigenen ethischen Umgang mit Geld (siehe Newsletter Nr. 28) ist es daher nötig, sinnvolle Alternativen zur augenblicklichen Geldwirtschaft anzustreben und durchzusetzen. Darauf zielt auch die o.g. Petition, die meines Erachtens allerdings nur ansatzweise darauf hindeutet, wo der Fehler liegt und wie er möglicherweise behoben werden könnte, ohne noch ein wirklich schlüssiges und ausgefeiltes Konzept zu bieten. Doch wenn diese Petition wirklich im Bundestag debattiert werden muß, würde sie das Thema in die richtige Richtung lenken, und es würde zumindest offenbar, wie ehrlich unseren “Volksvertretern” an einer echten Krisenbewältigung gelegen ist.
Aus diesem Grund empfehle ich das Mitzeichnen dieser Petition. Sie ist ein kleiner Denkanstoß, von denen wir noch viele brauchen, um zu einem krisensicheren, gerechten und ethischen Finanzsystem zu finden. Details zur Petition “Bankenwesen – Geldschöpfung durch den Staat” vom 16.12.2009 finden Sie auf der Homepage des Deutschen Bundestags: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8867 – hier kann die Petition auch direkt mitgezeichnet werden.